Tagung : Probleme des Geldes

19. - 21. März 2004 (SBZ, Oer-Erkenschwick)

 

Folgende Referate wurden gehalten:

Jannis Milios: Die Marxsche Werttheorie und Geld. Zur Verteidigung der These über den endogenen Charakter des Geldes

Jannis Milios möchte zeigen, dass die von postkeynesianischen Wirtschaftswissenschaftlern verteidigte Auffassung über den endogen Charakter des Geldes auf eine kohärente und theoretisch stichhaltige Weise nur auf der Basis der Marxschen Werttheorie begründet werden kann. Er stellt zunächst die postkeynesianischen Thesen dar und kritisiert ihren empiristisch-affirmativen Charakter. Dann stellt er die Marxsche monetäre Wert- und Kapitaltheorie knapp dar und will zeigen, dass bei Marx dass Geld durch Definition keine Ware sein könne. Die dargestellten Grundzüge der Marxschen monetären Kapitaltheorie verweisen auf eine „Umkehrung“ der postkeynesianischen These über den endogen Charakter des Geldes: Die Geldschaffung und -zirkulation ist nicht im Prozess der Warenproduktion und -zirkulation endogen, sondern umgekehrt, ist die Warenproduktion und -zirkulation endogen im gesamtgesellschaftlichen Zyklus des Geldes, dessen Bewegung von seiner Funktion als Geldkapital determiniert wird.

Umfang: 20 Seiten

Heinz Paragenings: Wert und Produktionspreis – eine notwendige Debatte

Entschlüsselung im Marxschen Sinne bedeutet die Aufdeckung der Genesis der ökonomischen Formen gemäß ihrer eigenen logischen Struktur, eine rationelle Analyse ihrer Verwandlungen, um ihren notwendig irrationellen Charakter bloßzulegen. In dioesem Sinne ist der Gegenstand der Ausführungen von Heinz Paragenings Versuch, der theoretischen Bestimmung der Wertgröße und der ihr entsprechenden Größe des Produktionspreises als den quantitativen Aspekt einer primär qualitativen Formanalyse.
Der Beitrag ist erschienen in: Dieter Wolf, Heinz Paragenings: Zur Konfusion des Wertbegriffs. Beiträge zur »Kapital«-Diskussion, Berliner Verein zur Förderung der MEGA-Edition e.V., Wissenschaftliche Mitteilungen. Heft 3, Berlin 2004
Umfang: 45 Seiten

Ingo Stützle: Die Frage nach der konstitutiven Relevanz der Geldware in Marx' Kritik der politischen Ökonomie

Ingo Stützle diskutiert das Problem der Geldware in der Kritik der politischen Ökonomie. Für die Kritik der politischen Ökonomie stelle sich die Frage, ob Marx selbst eine historische Besonderheit – einen relativen Goldstandard – für die kapitalistische Produktionsweise verallgemeinert hat oder ob es nur so scheint, dass die gegenwärtige Geldverfasstheit nicht mehr in einer Geldware, dem Gold, fundiert bzw. sich diese nur temporär von ihr emanzipieren konnte. Stützle diskutiert dabei die Aspekte des Verhältnisses von Logischem zu Historischem in den verschiedenen Marxschen Fassungen des Problems wie in der Rezeptionsgeschichte der Marxschen Geldtheorie.
Der Beitrag erscheint demnächst in einer überarbeiteten Fassung in einem Sammelband.

Umfang: 27 Seiten siehe auch: Das-Kapital-Lesen.de

Henning Wasmus: Profitratenfalle. Die Begründung des Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate und von Momenten, die ihm zu widersprechen scheinen

Henning Wasmus versucht zu zeigen, dass man das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate trotz aller Einwände begründen kann. Im Mittelpunkt der Begründung, dass die Profitrate langfristig sinken muß, wenn mit der organischen Zusammensetzung auch die Mehrwertrate steigt, stehen die Folgen der Substitution lebendiger durch vergegenständlichte Arbeit als dominante Form der Produktivkraftentwicklung. Irritationen über den Fall der Profitrate müssen entstehen, wenn die Dominanz dieser Revolutionierung des Arbeitsmittels selbst ausgeblendet, oder wenn sie mit anderen Formen der Produktivkraftentwicklung verwechselt wird -, mit der Kooperation und der Teilung der Arbeit. Wasmus will seine Argumentation durch ein quantitatives Beispiel untermauern, an Hand dessen die theoretischen Zusammenhänge rekonstruier- und überprüfbar sein sollen.


Umfang: 17 Seiten siehe auch: Internetseite von Henning Wasmus

Michael Heinrich: Anmerkungen zum Papier „Profitratenfalle“ von Henning Wasmus

Michael Heinrich kritisiert, dass Hening Wasmus auf Argumente zurückgreife, die bereits in den 70er Jahren diskutiert wurden und dass er Wasmus’ zentrales Argument bereits in der „Wissenschaft vom Wert“ (1999 ) kritisiert habe. Er schließt damit, dass der Verlust dieses „Gesetzes“ sich gut verschmerzen lasse, denn die Krisentheorie hänge nicht an diesem „Gesetz“ und „Schranken“ habe der Kapitalismus auch ohne dieses „Gesetz“ genug.

Umfang: 5 Seiten