Diskussionen gegen den Zeitgeist

Auf Initiative von Hans-Georg Backhaus, Diethard Behrens, und Hans-Joachim Blank wurde Ende 1992 in Frankfurt/M ein Diskussionsforum ins Leben gerufen. Ausgangspunkt war zunächst Adornos Rede von der "Neurotisierung, die das Bewußtsein Marx gegenüber angenommen hat" und seine Feststellung, daß hinsichtlich des Marxschen Theorieprogramms "die wirklichen Probleme noch gar nicht in Angriff genommen worden sind". Ausgehend von Überlegungen zur Situation der inner- und außerakademischen Diskussion um Marx, die Marxsche Theorie und deren Rezeption hielten die Initiatoren es für geboten, eine Auseinandersetzung jenseits fachdisziplinärer und politisch-fraktioneller Verengungen anzuregen. Arbeitsschwerpunkte sollten die kritische Rekonstruktion der Marxschen Theorie und der ihr zugrundeliegenden Texte, sowie die Stellung und Bedeutung des Marxschen Theorieansatzes in der gegenwärtigen sozial- und geisteswissenschaftlichen Diskussion sein.

In der Folge bildete sich das "Marx Kolloquium" als ein kontinuierlicher Diskussionszusammenhang heraus. Halbjährlich finden seit dem Sommer 1993 Wochenendtagungen zu einem jeweils vorher festgelegten Thema statt, die den Charakter eines kontinuierlichen Arbeitstreffens haben, aber auch für Interessierte offen sind, die sich nur an der Diskussion eines bestimmten Themas beteiligen wollen. Bei diesen Treffen wird regelmäßig über die Arbeit an der MEGA berichtet und über Kongresse und Tagungen zum Thema "Marx". Auf der Tagung im Oktober 1994 in Blossin wurde ein Verein mit dem Namen "Marx Gesellschaft e.V." gegründet.

Die Diskussionen dieser Tagungen sind im Band 1 der Schriften der Marx Gesellschaft zusammengefaßt:

Geschichtsphilosophie oder Das Begreifen der Historizität, Schriften der Marx Gesellschaft Band 1, Diethard Behrens (Hrsg.), Freiburg i.Br. 1997 (ISBN 3-924627-61-4)

Die Themen der weiteren Tagungen, sowie kurze Beschreibungen der jeweiligen Referate und die Planung für die nächsten Tagungen findet man unter der Rubrik: Tagungen